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Für Goethe waren die Werke von Molière, Voltaire und Diderot lebenslang von besonderem Interesse. 1830 sagt er zu Eckermann:
„Sie haben gar keinen Begriff von der Bedeutung, die Voltaire und seine großen Zeitgenossen in meiner Jugend hatten, und wie sie die ganze sittliche Welt beherrschten“.
Goethe kannte die Werke Molières und Voltaires aus der väterlichen Bibliothek, und im Alter von 11 Jahren sah er zum ersten Mal Diderots Lustspiel „La père de famille“. Goethe beschäftigte sich immer wieder mit Molière, Diderot und Voltaire, ...“um eine wohl empfundene Verehrung immer wieder zu prüfen und zu erneuen“ (Tag- und Jahreshefte 1805).
Theo Buck, geboren 1930, ist Emeritus der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen mit Forschungs- und Lehrschwerpunkten zu u.a. Büchner, Fontane, Brecht, Celan und, vor allem, Goethe.
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Goethes so eleganter wie verrätselter Gesellschaftsroman aus dem Jahr 1809 erzählt von Ehe, Liebe und Tod, und er reflektiert, sehr skeptisch, ob und wie humane Verständigung noch gelingen kann im Zeitalter von Ökonomie und Wissenschaft. Der Vortrag wird nach einer Einleitung zur Entstehung des Werkes in textnaher Beschreibung einige Aspekte der Interpretation entwickeln, welche im anschließenden Gespräch sich ergänzen lassen.
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Hamlet der Neurotiker – Hamlet der Zauderer – Hamlet der Ödipus – Hamlet der Melancholiker – Hamlet der Parasit – so und noch anders lauten die Epitheta, mit denen eine der rätselhaftesten Gestalten der Weltliteratur gekennzeichnet wird. Unter denen, die den dänischen Prinzen in ihre jeweilige Weltsicht einordnen, finden sich bedeutende Dichter und Denker. Goethe ist einer von vielen. In dem Vortrag über Shakespeares ‚Hamlet‘ geht es nicht – k a n n – es nicht gehen um ‚der Weisheit letzter Schluss‘, aber: Nach sorgfältiger inhaltlicher Synopse werden Annäherungen an ‚die Wahrheit‘ vermittelt…
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Warburg und Bing in Italien – dass dies kein harmloser Strandurlaub mit wohldosierten Bildungseinsprengseln werden würde, stand von vornherein fest. Der Hamburger Kulturwissenschaftler und seine junge Assistentin reisten nach einem selbst entworfenen „Feldzugsplan“: Gezielt sollte Material gesammelt werden für Warburgs letztes großes Projekt, den Bilderatlas. Hauptthema war nichts geringeres als „der psychotechnische Denkraum“, „der Aufstiegsraum der Seele.“ Folgt man den Entdeckerspuren des ungleichen Paares von Bologna bis nach Rom, von Neapel bis Florenz, erlebt man ein anderes Italien: voller geheimnisvoller Kultbauten, unbekannter Maler, heiliger Gräber, heidnischer Gottheiten und flatternder Gewänder – und ein Land, in dem die faschistische Partei Mussolinis kontinuierlich mehr Anhänger gewann: „Italien“, so Warburg, „als gnadenlose Kulisse für geistige Silhouette.“
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Die Malerin Louise Seidler (1786-1866) machte schon in jungen Jahren in Jena Goethes Bekanntschaft und wurde später von ihm gefördert. Goethe unterstützte Seidlers Studien an der Münchner Kunstakademie, reagierte aber auf ihre Hinwendung zu den Nazarenern verstimmt. Dennoch gelang es ihr, sich in Weimar als professionelle Künstlerin durchzusetzen und in Goethes letzten Lebensjahren auch wieder ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm herzustellen. Der Vortrag stellt in Wort und Bild Seidlers Biographie und ihr künstlerisches Werk vor, geht aber auch auf ihre „Lebenserinnerungen“ ein, die eine wichtige Quelle für Goethes spätes Lebensumfeld und ein herausragendes kulturhistorisches Dokument für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts sind. Schwerpunkte liegen dabei auf Seidlers erster Italienreise und ihrer spannungsvollen Beziehung zu Goethe, die wesentlich für ihr Selbstverständnis, aber auch für ihre künstlerische Entwicklung waren. Höhepunkt von Seidlers Karriere war ihre Ernennung zur Hofmalerin von Sachsen-Weimar-Eisenach. Mit ihren christlichen Historiengemälden und Porträts war sie im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts der bedeutendste Maler im Großherzogtum, zudem der einzige Nazarener, der sich in Goethes direktem Einflussbereich zu etablieren vermochte.
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